Praxis & Medizin

Vitamin-K-Mangel möglicher Risikofaktor bei Covid-19

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass Vitamin K möglicherweise eine wichtige Rolle bei dem Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion spielen könnte.

In einer Studie mit 134 Covid-19-Patienten und 184 Kontrollen bestimmten Wissenschaftler das inaktive, Vitamin-K-abhängige dephosphorylierte, uncarboxylierte Matrix-Gla-Protein (dp-ucMGP) und das Elastinabbauprodukt Desmosin. Die Studie ging der Hypothese nach, dass der Vitamin-K-Status bei Covid-19-Patienten mit kritischem Verlauf gestört sein könnte, da solche Patienten neben pulmonalem Versagen ebenfalls schwerwiegende Koagulopathien entwickeln.

Die Dp-ucMGP-Spiegel der Covid-19-Patienten waren gegenüber Gesunden signifikant erhöht insbesondere bei schweren Verläufen gegenüber günstigen Verläufen. Dp-ucMGP korrelierte signifikant mit dem Desmosin-Spiegel und zeigte somit einen erhöhten Abbau von Fibrin an. Die Wissenschaftler werteten Dp-ucMGP-Erhöhung als Zeichen eines extrahepatischen Vitamin-K-Mangels. In der Folge komme es zum verstärkten Elastinabbau und erhöhter Gerinnungsneigung.

Ein Vitamin-K-Mangel könnte demnach ein entscheidender Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf sein. Dies muss, wie die Autoren der Studie formulieren, nun in Interventionsstudien getestet werden.

Janssen R, Visser MPJ, Dofferhoff ASM, Vermeer C, Janssens W, Walk J
Vitamin K metabolism as the potential missing link between lung damage and thromboembolism in Coronavirus disease 2019
Br J Nutr. 10/2020